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Entwicklung der Kunststoffindustrie – Nicht nur Tischtennisbälle werden produziert…

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Die Entwicklung der Kunststoffindustrie ist eine gewaltige Branche, die ihren Ursprung aber nicht erst seit einigen Jahrzehnten hat. Ganz im Gegenteil, bereits vor einigen hundert Jahren waren Kunststoffe dem Menschen bekannt geworden. Eine Reihe an Erfindungen und Weiterentwicklungen sind mit der Kunststoffindustrie verbunden, weiterlesen lohnt sich in jedem Fall!

Jeder hat heutzutage im alltäglichen Leben mit einer Vielzahl an Kunststoffen zu tun. Kunststoffe werden im Volksmund auch oft schlichtweg als Plaste oder Plastik bezeichnet. Hinsichtlich des mechanisch-thermischen Verhaltens werden Kunststoffe bzw. Plastik beispielsweise in Duroplaste, Thermoplaste und Elastomere unterteilt. Bis Artikel, wie Tischtennis Plastikbälle oder komplizierte Kunststoff-Gussteile der Elektroindustrie, allerdings so vorhanden waren, wie wir sie heute kennen, gab es einen langen Weg, der weit in die Vergangenheit reicht.

Entwicklung der Kunststoffindustrie – Ursprung

Man mag es kaum glauben, aber die Entwicklung der Kunststoffe geht bereits von den Urmenschen der Urzeit aus, also vor vielen vielen Tausend Jahren: Birken lieferten dort den begehrten Rohstoff. Konkret wurde die Rinde der Birken in einem luftdichten Behälter erhitzt, dadurch entstand zunächst Birkenteer und nach einigen Stunden das sogenannte Birkenpech. Das Birkenpech war in der Steinzeit als Alleskleber genutzt worden, so etwa für Werkzeuge, Waffen, Messern usw. Auch waren damals gewisse Harze (z.B. Bernstein) und natürlicher Asphalt eingesetzt worden, etwa als Schmuckgegenstand, Klebstoff oder zum Abdichten von Behältern und Kanälen (natürlicher Asphalt).

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde aus anderen Baumsäften Naturkautschuk gewonnen, so aus dem Kautschukbaum. Anfänglich wurde der Kautschuksaft durch Zugaben von anderen Baum- und Pflanzensäften in ein elastisches, gummiartiges Material verwandelt. Erst im 19. Jahrhundert gelang es Charles Goodyear, den Kautschuk durch das Verfahren der Vulkanisation in einen elastischen Gummi zu verwandeln. Bei der Vulkanisation werden dem Kautschuk beispielsweise Schwefel und andere Füllstoffe zugegeben und diese Mischung erhitzt. Es bilden sich so weitere Schwefelbrücken, die dem Material nun die gummiartigen, dauerelastischen Eigenschaften verleihen. Diese Elastomere wurden und werden beispielsweise als Gummi-Handschuhe eingesetzt.

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte Goodyear allerdings zusätzlich den sog. Hartgummi, der zu Beginn als Ebonit verkauft wurde, woraus z.B. Schmuck, Klaviertasten und Telefonteile hergestellt wurden. Ebonit ist der erste Duroplast. Der erste industriell hergestellte, in Massen produzierte künstliche Duroplast war Bakelit, der z.B. als elektrischer Isolator eingesetzt wurde. Auch Zelluloid (bekannt durch herkömmliche Tischtennisbälle ), Linoleum (Linoleum-Fußböden oder Tischoberflächen) oder auch Kunsthorn (verwendet als Knöpfe, Anstecknadeln, Radiogehäuse usw.) wurden im 19. Jahrhundert erfunden.

Das recht bekannte Silikon wurde bereits 1901 erfunden, eine günstige Herstellung gelang aber erst gegen Mitte des 20. Jahrhunderts in den USA und Deutschland. Polyesterfasern, verwendet in z.B. Textilien, oder auch Epoxidharze, etwa als Klebstoff genutzt, wurden kurz vor Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt. In den übrigen Jahren bis zur jetzigen Zeit werden überwiegend viele Thermoplaste (Anteil der Duroplaste am Markt sinkt) durch immer effektivere und feinere Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren günstig zu Bau- oder beliebigen Formteilen produziert, was die Entwicklung der Kunststoffindustrie nachwievor prägt und zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig macht.

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