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Tischtennis Plastikball Testbericht

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Die neuen Plastikbälle wurden vom ITTF (International Table Tennis Federation) im Jahr 2014 verpflichtend für viele Turniere eingeführt. Dabei sollen die Spieleigenschaften gemäß der Herstellerangaben nicht schlechter sein. Doch was sind die aktuellen Spielerfahrungen mit den neuen Plastikbällen?

Das Zeitalter der Tischtennisbälle aus Zelluloid ist offiziell vorüber und seit 2014 sind die neuen Tischtennis Plastikbälle (auch: Polybälle) verpflichtend für den Turnierbetrieb eingeführt worden, obwohl einige untere Ligen auch noch den Zelluloidball nutzen. Der neue Plastikball hat in etwa ebenfalls einen Durchmesser von 40 mm, allerdings sind die Toleranzen etwas weiter nach oben offen (bis 40,6 mm), sodass dieser in der Regel etwas größer als die alten Zelluloidbälle (knapp 40 mm) ist. Daraus entsteht auch die Bezechnung „40+“. Folgend sind erste Spielereindrücke des neuen Plastikballs zusammengetragen.

Tischtennis Plastikball Test – Klang und Absprungverhalten

Als erstes fällt bei den Plastikbällen der veränderte Klang auf. Es hat nicht den für die Zelluloidbälle typischen Klang, sondern hört sich etwas matter an. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Was auch auffällt: Kaputte Plastikbälle kann man nicht mehr so leicht am Geräusch erkennen, wie die Zelluloidbälle.

Der Absprung ist auch verändert, da die Plastikbälle etwas weniger elastisch sind, als die Zelluloidbälle, sie auch weiter unten bei z.B. Sidespin-Bällen

Plastikball Testbericht – Topspin, Unterschnitt und Sidespin

Aufgrund der etwas größeren Dimension der Plastikbälle sind diese aufgrund des erhöhten Luftwiderstandes generell auch etwas langsamer. Dies gilt für einfach Konterbälle ohne jegliche nennenswerte Rotation des Balls.

Wurden die Bälle jedoch mit Spin gespielt, zeigt sich der Topspin als stark abnehmend, wenn der Ball bei dem Mitspieler angelangt. Die Folge ist, dass durch die verminderte Rotation der Ball weniger stark nach unten stürzt, er somit gerader fliegt und auch nach Tischkontakt das Blocken vereinfacht. Aufgrund der langsameren Flugeigenschaften hat der Gegner natürlich zeitlich gesehen mehr Spielräume, und der Topspin-Angreifer kann seine Bälle nicht mehr so schnell spielen. Auch werden beispielsweise Rollaufschläge durch die geringere Rotationsannahme des Balls einfacher in der Ballannahme des Gegenübers.

Kurze Bälle im Unterschnitt lassen sich zwar einfacher anflippen, da auch hier die neuen Plastikbälle sich nicht derartig in Rotation bringen lassen, wie es noch bei den Zelluloidbällen war. Lange und schnelle Unterschnittbälle werden aber gefährlicher: Zwar sind die Plastikbälle groß, aber die Rotation beim Unterschnitt bremst den Ball weniger. In Folge dessen erreichen derartige Bälle eine passable Geschwindigkeit, sodass der Gegner gut unter Druck gesetzt werden kann.

Werden die Plastikbälle mit Sidespin versehen, fliegen sie gerader als die alten Zelluloidbälle, obwohl sie aber dennoch eine gewisse Rotation aufweisen. Das macht sie zunächst etwas unberechenbar nach Kontakt mit der Platte oder dem Schläger. Auf einen Side-Unterschnitt hin kann recht wenig Druck aufgebaut werden, sodass diese Rückschläge recht harmlos sind und auf diese gut gekontert werden kann. Beim Side-Topspin fehlt die Topspin Komponente deutlicher, was ein einfaches Blocken sehr erschwert. Dies alles erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sidespin-Konter nicht druckvoll gestaltet werden können, sodass es einen Angriff erleichtert.

Im TT Shop gibt es übrigens eine große Auswahl verschiedenster Tischtennis Plastikbälle für weitere Tests oder in der Großpackung für den Vereinsbetrieb.

Tischtennis Plastikball – Zusammenfassung des Tests

Aus dem Testbericht werden ein paar Aspekte der neuen Plastikbälle sehr klar:

  • sie sind langsamer
  • Topspin-Bälle werden ungefährlicher
  • lange Unterschnittbälle können druckvoller gestaltet werden
  • Sidespin-Varianten sind gefährlicher.

Aufgrund des insgesamt langsameren Ballverhaltens der neuen Plastikbälle würden sich eventuell schnellere Schlägermaterialien anbieten. Natürlich sollte man beachten, dass jeder Spieler ein individuelles Gefühl mit den neuen Plastikbällen entwickelt und sich die subjektiven Erfahrungen hier nicht mit jeder Aussagen decken müssen. Vielleicht macht ihr aber auch ähnliche Erfahrungen und könnt einen Nutzen aus diesen Erkenntnissen ziehen.

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