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Tischtennis Polyball

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War es das? So wie es derzeit aussieht, ja! Aber noch nicht sofort. Es geht um das Ende der Zelluloidball-Ära im Tischtennis, und das nach nunmehr etwa 90 Jahren. Doch warum werden die Zelluloidbälle abgeschafft und wie sind die „Nachfolger“ beschaffen? Wer dies wissen möchte, für den lohnt sich das Weiterlesen unbedingt!

Seit 1926 werden Turniere im Tischtennis mit Zelluloidbällen gespielt. Die Gründe der Abschaffung des Zelluloidballs sind überwiegend darin zu sehen, dass dieses Material gesundheitsgefährdend und leicht entzündlich ist. Dadurch gibt es in einigen Ländern auch Verbote oder strenge Auflagen, was z.B. die Herstellung oder den Transport der Zelluloidbälle betrifft.

Tischtennis Polyball – Eigenschaften

Der Tischtennis Polyball, der auch als Tischtennis Plastikball bezeichnet wird, wurde vom Tischtennis-Weltverband (ITTF, International Table Tennis Federation) im Jahr 2014 eingeführt. Dieser weist ebenfalls einen Durchmesser von 40 mm auf, aber ob die Spieleigenschaften ähnlich oder besser als die des alten Zelluloidballes sind, muss wohl jeder selbst für sich subjektiv herausfinden.

Dimitrij Ovtcharov äußerte sich folgendermaßen zu dem neuen Polyball: „Ich habe den Polyball ein bisschen getestet. Er ist zuerst etwas schneller, dann wird er langsamer. Der Ballabsprung ist höher, er hat weniger Spin.“ In Bezug auf positive oder negative Eindrücke des neuen Balls äußerte sich Dimitrij Ovtcharov: „Da muss man schon ein paar Wochen trainieren und auch einige Wettkämpfe spielen, um zu sagen, wie sich der neue Ball auswirkt, ob es ein Vorteil oder Nachteil ist.“

Die bisherigen Zelluloidbälle werden aus 2 Ballhälften gefertigt, die am Ende in einer Art Nahtverlauf zusammengeklebt werden. Ob diese Naht einwandfrei ist und der Ball nicht deswegen verspringt oder seine Flugeigenschaften verändert werden, ist Inhalt strenger Kontrollen. Bei einer einwandfreien Ware werden diese Bälle in dem 3 3 Stern System entsprechend klassifiziert. Der neue Plastik- bzw. Tischtennis Polyball hingegen soll ohne Naht aus einem Stück gefertigt werden, so Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) und ITTF-Vize.

Bereits in der Vergangenheit (1980er Jahre) wurden Versuche mit Plastikbällen unternommen, allerdings waren die Bälle nach fortschreitender Benutzung glatt geworden, sodass sich die Flugeigenschaften änderten. Aus diesem Grund wurde ein Technologie-Unternehmen damit beauftragt, eine konkrete Feldstudie mit Spielern und dem Polyball durchzuführen. Der Studienleiter Konrad Tiefenbacher erklärte dazu: „Die Studie liefert noch kein komplettes Bild, sie ist eher als Momentaufnahme und Initialstudie zu betrachten. […] Der Plastikball ist größer und kommt den Spielern härter vor. Maschinell getestet ist er aber weicher. Härtegrad und Dynamik sind zwei verschiedene Welten.“

Thomas Weikert erklärt, dass die Unterschiede zu den alten Zelluloidbällen wohl kaum bei unteren Ligen, wie der Kreisliga, bemerkt werde. Doch anders sieht es bei den Profis aus, dort entscheiden oft schon wenige Millimeter oder Bruchteile einer Sekunde über Erfolg und Misserfolg. Ein Problem sieht Weikert allerdings in der Verbreitung der Bälle, sodass alle Vereine letzten Endes mit den Bällen ausgestattet sind.

Quelle: Frankfurter Rundschau, Internetartikel: http://www.fr-online.de/sportarten-von-a-bis-z/tischtennis-revolution–polyball-statt-zelluloidkugel,27392198,22756474.html

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