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Tischtennisball aus Zelluloid

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Eines ist ganz klar: Ohne den Tischtennisball kein Tischtennis! Schon beim Anblicken eines Tischtennisballs kommen gedanklich die Geräusche, wenn dieser z.B. geschmettert wird. Allerdings ist Ball nicht gleich Ball. Jeder Tischtennisball muss gewisse Maße und Eigenschaften aufweisen, bevor er offiziell zum Betrieb zugelassen wird. Ich möchte einige dieser Richtlinien vorstellen und auf das Material Zelluloid eingehen, aus denen einige Bälle gefertigt sind.

Es ist sehr interessant, wofür der klassische Tischtennisball eingesetzt wird. Neben natürlich dem Tischtennisspielen kommt er z.B. als Ball im deutschen Lotto vor oder wurde in Simulationsstudien von Schneelawinen eingesetzt. Die Herstellung des Tischtennisballs erfolgt nach strengen Richtlinien und auch der Stoff, aus dem er gefertigt ist: Zelluloid. Es sei darauf hingewiesen, dass im Juni 2011 der Deutsche Tischtennis-Bund und der Weltverband ITTF (International Table Tennis Federation) bekannt gaben, dass in der Zukunft nach den Olympischen Spielen 2012 ein neuer Tischtennis Plastikball eingeführt werden sollte, der dann 2014 zugelassen wurde. International und in höheren Ligen (1. und 2. Bundesliga) wird derzeit nur noch mit dem Plastikball gespielt, eine generelle Pflicht wird wohl auch die unteren Ligen früher oder später betreffen. Derzeit werden bereits alle vom ITTF veranstalteten Turniere verpflichtend mit dem neuen Plastikball gespielt.

Tischtennisball – Das Material Zelluloid

Zelluloid ist eine Kunststoffverbindung, welche zu den Thermoplasten gezählt wird. Thermoplaste sind unter Wärmeeinwirkung sehr gut verform- und schmelzbar. Zelluloid wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt. Artikel, die aus Zelluloid hergestellt werden bzw. wurden, sind neben Tischtennisbällen beispielsweise Kämme, Messergriffe, Brillengestelle und Spielsachen, etwa Puppen. Allerdings ist Zelluloid auch sehr leicht brennbar und kann bei Unterdrückung einer Flammbildung sehr viel Qualm erzeugen. Aus diesen Gründen werden einige Gegenstände aus anderen, weniger empfindlichen, Kunstoffen hergestellt.

Der Tischtennisball aus Zelluloid wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus den USA nach Europa mitgebracht. Vorher waren Bälle aus Gummi oder Kork gebräuchlich, die einen Durchmesser von etwa 5 cm hatten!

Tischtennisball – Fertigung von Zelluloidbällen

Das Grundmaterial Zelluloid ist zunächst als dünne Schicht vorhanden, welche dann durch technische Verfahren (Tiefziehen) unter Wärmeeinwirkung (etwa 100 °C) in halboffene Schalen verformt werden. Danach werden zwei solcher Halbschalen so angeordnet, dass sie zusammen eine hohle Kugel ergeben. Die Kontaktflächen werden anschließend mit Aceton (ein Lösemittel) verklebt. Diese Klebenaht wird dann plan bearbeitet und der Rohball unter weiterer Wärmeeinwirkung auf den vorgeschriebenen Durchmesser aufgeblasen. Mit Hilfe von Bimsmehl (zu Mehl verarbeitetes Vulkangestein, welches sich Bims nennt) wird auch das vorgeschriebene Gewicht eingestellt.

Nach der Herstellung schließen sich noch weitere Tests der Bälle hinsichtlich Härte, Masse, Rundheit usw. an. Auch müssen die Bälle vor dem Vertrieb gelagert werden, um Lösemittelrückstände zu beseitigen.

Tischtennisball – Richtlinien und Normen

Ein Tischtennisball muss so einiges abhalten können: Ein schnell geschlagener Tischtennisball erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 180 km/h, wird er hart getroffen, verformt sich der Ball um etwa 25%. Dabei darf der Ball weder kaputt gehen, noch seine Eigenschaften verlieren. Um das zu gewährleisten, gibt es verschiedene Normen und Richtlinien.

Im Tischtennis-Regelbuch wird in Kapitel 3 behandelt, wie ein Tischtennisball beschaffen sein muss:

  • Das Gewicht muss 2,7 g betragen bei einer erlaubten Toleranz von 2,67 bis 2,77 g.
  • Der Tischtennisball besteht aus Zelluloid oder einem ähnlichen Kunststoff und muss matt-weiß oder matt-orangefarben sein.
  • Der Tischtennisball muss komplett rund sein mit einem Durchmesser von 40 mm.

Die Bälle werden unterteilt in Wettkampf- und Trainingsbälle. Erstere sind qualitativ hochwertiger und so in ihren Eigenschaften konstanter. Letztere weisen z.T. größere Toleranzen bzgl. Rundheit, Gewicht oder Härte auf. Um darüber objektive Aussagen treffen zu können, werden Tischtennisbälle seit dem Anfang der 2000er Jahre geprüft, indem eine gewisse Anzahl an Bällen zufällig ausgewählt wird und diese hinsichtlich der Farbe, des Gewichts, der Rundheit und der Festigkeit kontrolliert werden.

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